Darmentwicklung
Situs Retrositus >
Darmentwicklung
Die genaue Ursache für die Zurückverlagerung des Darms in die Bauchhöhle während der zehnten Woche ist unklar. Man nennt diesen Vorgang Reposition des physiologischen Nabelbruchs. Er beginnt mit dem Dünndarm, der Dickdarm folgt nach. Man nimmt an, dass die Vergrößerung der Leibeshöhle und die Verlangsamung des Leberwachstums dabei eine bedeutsame Rolle spielen.
Darmdrehung
Bis zur 10. Entwicklungswoche wächst und differenziert sich die Nabelschleife außerhalb der Bauchhöhle weiter.
Während dieses Wachstums kommt es von ventral gesehen zu einer 90°- Drehung der Nabelschleife gegen den Uhrzeigersinn um die Achse derA. mesenterica superior.
Der orale Schenkel der Nabelschleife legt sich in undulierende Falten (Schlingen). Er wird zu Jejunum und Ileum. Der anale Schenkel der Nabelschleife entwickelt sich zum Caecum mit der Appendix vermiformis sowie zum Colon.
In der 10. Woche ist die Rückverlagerung des Darms in die Bauchhöhle weitgehend abgeschlossen. Die Längenzunahme zeigt sich jetzt besonders am Dickdarm.
Die Drehung des Dickdarms (180°) vervollständigt sich. Der Colonrahmen und der Gesamtverlauf des Dünndarms beschreiben nun eine Drehung von insgesamt 270° um die Achse derA. mesenterica superior. Das nach Rückverlagerung in die Bauchhöhle direkt caudal der Leber gelegene Caecum (Ende physiol. Nabelbruch) verlagert sich durch Längenwachstum in die rechte Fossa ilíaca an die Linea terminalis. Am distalen Pol des Caecums bildet sich die Appendix vermiformis als Divertikel.
